eToro IPO

eToro IPO

OAWS Redaktion14. Mai 2025

Nach jahrelangem Hin- und Her hat’s eToro gestern endlich an die Börse geschafft und war dabei sehr erfolgreich. Eigentlich wollte die Firma beim Börsengang 10 Mio. Aktien verkaufen und dafür 50 $ pro Aktie kriegen. Jetzt konnte man fast 12 Mio. Aktien für 52 $ verkaufen. Das ist krass, weil eToro seinen Börsengang vor paar Wochen noch verschoben hat, nachdem das Zoll-Chaos mit Trump losging.

Aber wieso waren Profi-Investoren so heiß auf den IPO?

Beim Kurs von 52 $ kommt eToro auf einen Börsenwert von 4,3 Mrd. $. Robinhood ist 55 Mrd. $ wert.

Robinhood hat letztes Jahr 1 Mrd. $ an Gewinn vor Steuern und 3 Mrd. $ an Nettoumsatz gemacht. Die Bewertung entspricht also dem 50-fachen des Vorsteuergewinns.

eToro hat rund 250 Mio. $ Vorsteuergewinn gemacht und hatte rund 800 Mio. € an Nettoumsatz. Die Bewertung entspricht nicht mal dem 20-fachen des Vorsteuergewinns.

Wie kann man den Unterschied erklären?

Robinhood ist letztes Jahr beim Umsatz fast 60% gewachsen, während eToro nur 40% zugelegt hat. Dafür ist die Anzahl an aktiven Kunden bei eToro in den letzten zwei Jahren immer über 10% gewachsen und bei Robinhood immer unter 10%.

Die einzige Kennzahl, mit der man die zehnmal so hohe Bewertung von Robinhood nachvollziehen kann, ist das Vermögen der Kunden. Ende 2024 hatten die fast 200 Mrd. $ bei Robinhood liegen, aber nicht mal 20 Mrd. $ bei Etoro.

Unabhängig von der Bewertung sollte man bedenken, dass das Business beider Firmen extrem zyklisch ist. Bestes Beispiel: Während beide 2024 hunderte Millionen Gewinn gemacht haben, hat Robinhood 2023 rund 500 Mio. $ verloren und bei eToro gab’s magere 15 Mio. $ Gewinn. Dazu kommt, dass eToro zuletzt rund 40% des Umsatzes mit Kryptos gemacht hat - das Ganze ist also eine Kryptowette.

Die Börse hat’s gestern trotzdem gefeiert und die Aktie hat direkt zum Start rund 30% zugelegt.

Was ist sonst los in der Kryptowelt? 2025 wird das Jahr der Krypto-Aktien. Wieso?

Coinbase hat am Dienstag über 20% zugelegt, weil die Firma in den S&P 500 aufgenommen wurde.

Trumps Krypto-Berater David Bailey will eine Kopie von MicroStrategy bauen. Dazu wird er mit der winzigen börsennotierten Firma KindlyMD fusionieren und dadurch günstig an die Börse gehen. Er hat direkt zum Start fast 1 Mrd. $ von Investoren eingesammelt, die er dann in Bitcoins packen will.

Spannend: Er will vergleichbare Firmen auch an alle anderen großen Börsen dieser Welt bringen – vielleicht geht der also bald mit so einer Firma in Deutschland an den Start.

Das gleiche Konzept verfolgt der Sohn vom amerikanischen Handelsminister Howard Lutnick. Dessen Firma Cantor Equity Partners hat diese Woche den ersten Bitcoin-Kauf für entspannte 460 Mio. $ verkündet.

American Bitcoin, also der Bitcoin-Miner, an dem Eric und Donald Trump Jr. beteiligt sind, hat Anfang der Woche eine Fusion mit Gryphon Digital Mining verkündet. Die Aktie von Gryphon hat sich seit Montag mehr als verdreifacht.

In Dubai kann man in Behörden bald mit Kryptos bezahlen.