
Erdgas-Engpass
Dass KI zu einer massiven Energienachfrage führt, ist bekannt. An der Börse sieht man die Dynamik bei allen Firmen, die schnell Strom an Rechenzentren liefern können: Gasturbinen von GE Vernova und Siemens Energy, Brennstoffzellen von Bloom Energy. Das Ding ist: Die laufen alle vor allem mit Erdgas. Rohstoffinvestor Matthew Smith argumentiert, dass wir ab 2028 in einen extremen Engpass laufen könnten.
•Die Export-Falle: Laut seiner Analyse wird die komplette zusätzliche US-Erdgasproduktion so gut wie komplett in Exporte fließen. Das sind langfristige LNG-Projekte, die seit Jahren geplant sind und auf die andere Staaten angewiesen sind. Zurückdrehen geht nicht.
•KI on top: Zur Export-Nachfrage kommt jetzt die steigende KI-Nachfrage. Produktion ausbauen dauert aber: Alleine die Verarbeitungsanlagen an der Quelle brauchen 2-3 Jahre Bauzeit. Aktuell wird nur genug gebaut, um die Export-Nachfrage zu decken, nicht die KI-Nachfrage.
•Schrumpfende Puffer: Die Erdgasspeicher wachsen seit Jahren zu langsam mit. 2010 reichten die Speicher für 72 Tage Bedarf, jetzt nur noch für 50. Das macht kurzfristige Preissprünge wahrscheinlicher.
•Mögliche Profiteure: Erdgasproduzenten wie Expand Energy (größter unabhängiger US-Produzent, zweitgrößte Position im Portfolio von Howard Marks). Aber auch Solarfirmen und Uran-Player wie Cameco, weil steigende Gaspreise Alternativen attraktiver machen.
•Mögliche Verlierer: Genau Firmen wie Bloom Energy, die an günstig verfügbarem Erdgas hängen.
Wichtig: Das ist erstmal nur eine These. Viele smarte Leute sind da noch eher entspannt. Wer mehr dazu wissen will, findet hier den Brief von Matthew Smith mit mehr Zahlen & Ausführungen.