
Energie sparen!
Als die Energiepreise durch den Ukraine-Krieg explodiert sind, hat ein 90 Jahre alter britischer Beleuchtungsspezialist profitiert. FW Thorpe verkauft professionelle LED-Beleuchtung: Deckenlampen für Büros, Krankenhäuser, Lagerhallen. Weil LEDs bis zu 80% weniger Strom verbrauchen als alte Leuchtstoffröhren, haben Gebäudemanager den Umstieg vorgezogen. Thorpes Umsatz ist 2022 und 2023 organisch um je 10% gewachsen, vorher waren's eher 4%.
•Noch viel Potenzial: Mitte 2025 sind laut Lighting Europe immer noch nur knapp die Hälfte aller europäischen Bürogebäude mit LEDs ausgestattet.
•Smarte Produkte statt Massenware: Weil LEDs zum Commodity geworden sind, hat Thorpe aufgerüstet. Viele Lampen haben Sensoren eingebaut. Über die Plattform "Smartscan" kann man Helligkeit, Luftqualität oder Raumauslastung steuern.
•Sicherheitsrelevanter Anteil: Über 40% vom 240 Mio. $ Umsatz kommen aus kritischen Bereichen wie Operationssälen, Hochsicherheitslaboren und vorgeschriebenen Notausgangsleuchten.
•Dividendenserie: 23 Jahre in Folge erhöht, aktuell 2,5% Rendite.
Aber das Business ist kein Selbstläufer. Die deutsche Tochter SchahlLED (2022 für 15 Mio. $ gekauft) hat ein Jahr nach der Übernahme 30% Umsatz verloren, weil der deutsche Bau- und Industriesektor schwächelt. Und der Grund für das günstige KGV von 13 (10-Jahres-Tief) ist nicht nur operativ: Thorpe ist am AIM gelistet, einem kleineren Börsensegment in London. Als die britische Regierung 2024 dortige Steuervorteile gekürzt hat, haben viele Investoren verkauft. Die Firma ist jetzt nur noch knapp 400 Mio. $ wert. 40% davon gehören der Thorpe-Familie, die auch im Aufsichtsrat und Management sitzt.