
Elliotts Klimawette
Daikin ist der größte Klimaanlagenhersteller der Welt. Über 150 Länder, fast 30 Mrd. $ Umsatz, über 90% davon aus dem Kerngeschäft Klimatechnik. Trotzdem hat die Aktie auf Sicht von fünf Jahren 30% verloren, während sich US-Konkurrent Trane fast verdreifacht hat. Der Grund: Die operative Marge liegt bei nur 8%. Trane kommt auf 18%.
Genau deshalb hat sich der US-Hedgefonds Elliott 3% an Daikin gekauft und seinen Plan veröffentlicht:
•Aufgeblähte Strukturen: Daikin hat Zukäufe nie richtig integriert, leistet sich über 50 Forschungszentren (Konkurrenz: unter 40) und investiert fast 7% vom Umsatz in neue Anlagen. Das ist dreimal so viel wie der Branchenschnitt. Das eigene Management hat eingestanden, zu lange auf Wachstum statt Profitabilität geachtet zu haben.
•Die Forderungen: Aktienrückkäufe von bis zu 6 Mrd. $, Abstoßen von Randgeschäften wie Kühlvitrinen oder Ölhydraulik. Langfristiges Ziel: Die operative Marge soll sich bis 2031 fast verdoppeln.
•Rechenzentren als Treiber: Daikin will seinen Rechenzentrumsumsatz bis 2030 auf rund 2 Mrd. $ verdreifachen, bei deutlich besseren Margen als im Kerngeschäft.
•Schwaches Service-Geschäft: Konkurrenten verdienen viel an margenstarken Wartungsverträgen. Daikin hinkt hier hinterher und nennt den Punkt selbst als Priorität.
ABER: Solche Investoren-Pläne sind naturgemäß optimistisch. Ob sich das alles umsetzen lässt, muss sich zeigen. Nächste Woche präsentiert Daikin seinen neuen Mittelfristplan. Mit einem erwarteten KGV von 18 bei 45 Mrd. $ Börsenwert ist die Aktie jedenfalls deutlich günstiger als Trane (KGV 32). Wenn Elliott die Japaner zu mehr Profitabilität drängen kann, könnte es Aufholpotenzial geben.