EBIT down. Future up.

EBIT down. Future up.

OAWS Redaktion05. August 2025

Mercado Libres Umsatz ist letztes Quartal um 34% auf fast 7 Mrd. $ gewachsen – und trotzdem ist der operative Gewinn geschrumpft.

Investoren haben auf den sinkenden Gewinn relativ entspannt reagiert. Der Grund: Die gestiegenen Kosten sind vor allem Investitionen in die Zukunft, die das Geschäft langfristig stärker machen.

Fintech-Push: Das Unternehmen pumpt massiv Geld in sein Payment-Geschäft Mercado Pago, vor allem in den Ausbau des Kreditkarten-Segments. Das kostet kurzfristig Geld für die Risiko-Rücklagen, ist aber ein riesiger Wachstumshebel.

Gratis-Versand: Im E-Commerce hat man den kostenlosen Versand ausgeweitet. Das drückt zwar erstmal die Marge, soll aber die Kundenbindung erhöhen und kleinere Konkurrenten aus dem Markt drängen.

Dass die Strategie aufgehen könnte, zeigen die anderen Daten: Die Zahl der Käufer ist um 25% auf 71 Mio. gestiegen und die der Fintech-Nutzer sogar um 30% auf 68 Mio. Noch beeindruckender ist aber die Take Rate von stabilen 25%. Das bedeutet: Von 100 €, die ein Händler auf der Plattform umsetzt, behält Mercado Libre 25 €. Das zeigt die brutale Marktmacht.

Ein echtes Risiko bleibt aber die Währungsinstabilität in vielen lateinamerikanischen Ländern. Über 100 Mio. $ hat das Unternehmen allein in diesem Quartal durch Währungsverluste verloren.

Mit dem 40-fachen des erwarteten Gewinns ist die Aktie sportlich bewertet, auch wenn das unter dem Schnitt der letzten Jahre liegt. Das Wachstum muss also auf diesem extrem hohen Niveau bleiben, um den Preis zu rechtfertigen.