
Drohnen-Traum
Deutz hat gestern den Einstieg ins Drohnengeschäft gemeldet. Dafür hat der Motorenhersteller die SOBEK Group gekauft. Der Kaufpreis dürfte ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag sein.
Das Unternehmen ist auf den ersten Blick ganz anders als Deutz: Während Deutz mit einem Umsatz von fast 2 Mrd. € und einer Marge von 4% unterwegs ist, machte SOBEK zuletzt nur einen niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Umsatz, aber mit einer deutlich zweistelligen EBIT-Marge.
Es geht aber nicht um die Zahlen, sondern um die Rüstungsfantasie. Die Zeitenwende hat bekanntlich auch an der Börse ein Umdenken angestoßen. Und mit dem Zukauf will Deutz sein Geschäftsfeld ausbauen und unabhängiger von Verbrennungsmotoren werden.
Aber kann der Plan wirklich aufgehen?
Deutsche Sicherheitsbehörden setzen aktuell noch unter anderem auf DJI-Drohnen aus China. Die Gründe dafür:
•Sie sind in hohen Stückzahlen verfügbar und haben sich etabliert.
•China ist wegen der seltenen Erden, die für E-Motoren gebraucht werden, der wichtigste Player im Markt.
So macht man sich abhängig von China. Das gilt für die Lieferketten, die Wartung und Ersatzteile. Eine Umstellung auf eine komplett europäische Produktion erscheint kurzfristig aber schwierig. Das hat uns Dr. Gerald Wissel in einem Interview gesagt - er ist Vorstand vom Verband für unbemannte Luftfahrt.
An der Börse wird trotzdem gejubelt, gleichzeitig ist die Bewertung von 1,2 Mrd. € für Rüstungsfantasie vergleichsweise niedrig. Das KGV liegt damit nur bei 12. Aber Deutz hat den großen Sprung in die Rüstung eben auch noch nicht geschafft.