
Disney ist am cruisen
Umsatz +7%, Gewinn über den Erwartungen, Toy Story 5 hat über 1 Mrd. $ an den Kinokassen eingespielt. Disney (+4%) hat starke Zahlen abgeliefert und steht jetzt bei 175 Mrd. $ Börsenwert. Das Spannende: Das entspricht einem erwarteten KGV von nur 14. Der Median der letzten zehn Jahre liegt bei 20, Netflix steht ebenfalls bei 20.
Warum ist Disney dann so günstig?
•Das Kabel-Problem: Disneys ursprüngliche Cash-Cow war das Kabel-TV mit extrem hohen Margen. Dieses Geschäft schrumpft seit Jahren und zieht die Gesamtsparte runter. Die Abo-Umsätze von Disney+ sind zwar 15% gestiegen (stärker als Netflix mit 13%), aber die Entertainment-Sparte insgesamt hat nur 6% zugelegt.
•Parks boomen, kosten aber: Das Experience-Segment ist um 10% gewachsen, mehr Besucher geben mehr Geld aus. Bis 2033 sollen aber 40 Mrd. $ investiert werden, auch in Kreuzfahrtschiffe. Die sind extrem profitabel (Gäste kaufen alles an Bord, keine Grundsteuer), die Flotte soll von 8 auf 13 Schiffe wachsen.
•Die Investitions-Frage: Der Rest geht nicht in neue Parks, sondern unter anderem in neue Attraktionen und Erweiterungen bestehender Anlagen. Disney verkauft das als Wachstumsinvestitionen. Aber ein Teil davon dürfte nötig sein, nur um Besucher überhaupt zum Wiederkommen zu bewegen. Dazu kommt Konkurrenz: Universal hat direkt neben Disney World in Florida einen neuen Park für 7 Mrd. $ eröffnet.
•Schulden: Disney sitzt auf rund 40 Mrd. $ Schulden, die Netflix nicht hat.
Selbst wenn man das alles einrechnet, bleibt Disney günstiger bewertet als in den letzten Jahren und günstiger als Netflix. Aber so ein No-Brainer, wie es auf den ersten Blick wirkt, ist es vielleicht nicht.