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Die Problem-Liste von VW
Der Gewinn von Volkswagen ist 2025 um 45% eingebrochen. Die operative Marge liegt unter 3%, die Dividende wird gekürzt. Trotzdem ist die Aktie gestern 3% gestiegen. Wir wollten mehr über die Krise bei VW wissen und haben dazu zwei Experten gefragt.
Zum einen Auto-Analysten Jürgen Pieper. Er hat uns zu den operativen Problemen von VW Einschätzungen gegeben. Das sind seine Meinungen:
•China als Problemfall: Der einstige Goldgräbermarkt kostet VW massiv Marktanteile, Umsatz und Ertrag. Pieper sieht frühestens 2027 erste Hinweise auf Besserung. Für einen echten Turnaround fehlen dem Konzern die passenden Autos.
•Porsche im Sturzflug: 30 Jahre lang war Porsche die Cashcow, jetzt liegt die Marge bei 0,3%. Jürgen Pieper macht eine missratene Produktpolitik und die Doppelrolle von CEO Oliver Blume verantwortlich.
•Jobabbau als Gegenmaßnahme: 50.000 Stellen sollen bis 2030 in Deutschland wegfallen. Klingt dramatisch, sind aber nur rund 2% der Belegschaft pro Jahr. Laut Pieper ein notwendiges Element der Effizienzoffensive.
Neben der operativen Fragen hat uns die Bilanz von VW interressiert. Bilanz-Analyst Nikolaj Schmolcke hat sich die Zahlen für uns angecshaut und zwei spannende Aspekte gefunden.
•Latente Steuern: Sie sind eine Position in der Bilanz, die zeigt, wie viele Verluste der Vergangenheit man irgendwie mit dem Finanzamt verrechnen kann. Diese Position hängt davon ab, wie viel man in der Zukunft verdient. Die Position ist um 2 Mrd. € gesunken. Das heißt laut Schmolcke: VW plant intern nicht mehr so optimistisch wie früher.
•Gleichzeitig hat der Konzern den Goodwill von Porsche um 2,6 Mrd. € abgeschrieben, den Markenwert aber nicht angetastet. Man glaubt also an die Marke, aber operativ gab's laut Schmolcke den ersten Einschlag.
VW hat sich für 2026 leicht optimistisch geäußert und räumt in der Bilanz auf. Das hat der Aktie gestern geholfen. Der Börsenwert von 45 Mrd. € steht für gerade mal das Vierfache des erwarteten Gewinns. Aber die Probleme sind entsprechend groß.