← ZurückDHL liefert ab

DHL liefert ab

OAWS Redaktion1. Juni 20262 Min

DHL eCommerce hat einen mehrjährigen Deal mit dem US Postal Service über mehr als 10 Mrd. $ abgeschlossen. DHL übernimmt die profitablen Schritte (Abholung, Sortierung in 19 vollautomatisierten Hubs, Transport), die personalintensive letzte Meile erledigt die US-Post. DHL spart sich damit ein eigenes Zustellnetz in den USA und ist nach Amazon der zweitgrößte Kunde der US-Post.

Operativ läuft‘s auch sonst wieder besser. Im letzten Quartal war der Umsatz ohne Währungseffekte um 2% gestiegen, dazu das siebte Quartal in Folge mit Gewinnwachstum.

Breit aufgestellt: Irankrieg, blockierte Seewege, hoher Ölpreis. DHL kann durch eigene Flotte, eigene Hubs auf allen Kontinenten und tausende Kunden flexibel reagieren. Routen werden innerhalb von Stunden umgestellt, höhere Treibstoffkosten per Vertrag weitergegeben.

Schwachstelle Seefracht: Trotz gestiegenem Volumen ist der Umsatz in der Seefracht um rund 15% eingebrochen. Die Frachtpreise haben sich nach den Rekordniveaus der Nachkrisenzeit normalisiert.

KI als Treiber: Wer Rechenzentren baut, braucht Elektrokomponenten per Luftfracht aus Asien. DHL fliegt die Teile ein, lagert sie lokal und liefert auf die Baustelle. 2025 hat DHL den Umsatz mit Hyperscaler-Kunden mehr als verdreifacht. Der Anteil am Gesamtumsatz ist noch klein, wächst aber.

Die Aktie hat in den letzten zwölf Monaten rund 30% zugelegt. Bei knapp 60 Mrd. € Börsenwert kommt DHL auf ein KGV von 16 mit einer Dividendenrendite von fast 4%. Wirkt bei der guten Gewinnentwicklung nicht teuer, liegt aber über dem Schnitt der letzten Jahre. Und DHL hängt stark vom aktuell schwächelnden Welthandel ab.