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Dezentrale Kraftwerke

OAWS Redaktion28. Mai 20262 Min

Wer KI-Rechenzentren mit Strom versorgen will, muss nicht aufs Netz warten. Genau das ist die These hinter 2G Energy, Wärtsilä und dem bald börsennotierten Innio.

2G Energy hat diese Woche den größten Einzelauftrag der Firmengeschichte bekannt gegeben: Ein US-Kunde hat Container-Kraftwerke im dreistelligen Megawattbereich bestellt. Die Systeme können unabhängig vom Stromnetz vor Ort aufgestellt und innerhalb von Monaten in Betrieb genommen werden. Damit umgehen sie die jahrelangen Wartelisten für einen Netzanschluss. Die Prognose fürs Gesamtjahr hat 2G deshalb auf bis zu 490 Mio. € angehoben, 2027 sollen es schon 620 Mio. € werden.

Wärtsilä als großer Bruder: Der finnische Konzern (ca. 6,5 Mrd. € Umsatz) baut Kraftwerke im Gigawatt-Bereich und hat allein in den USA knapp 2,5 GW Kapazität für Rechenzentren verkauft. Im April gab's einen 790-MW-Auftrag für ein Rechenzentrum in Texas, weil das Stromnetz dort den Bedarf nicht decken kann.

Neuer Player Innio: Das Tiroler Unternehmen (Gasmotoren der Marke Jenbacher, ehemals GE-Geschäft) hat einen IPO-Antrag an der Nasdaq eingereicht. Angestrebte Bewertung: bis zu 20 Mrd. $. Finanzinvestor Advent hatte 2018 nur rund 3 Mrd. $ bezahlt. Die Rechenzentrumsaufträge sind laut Innio zwischen 2020 und 2025 um das 16-Fache gewachsen.

Beide börsennotierten Aktien haben sich auf Jahressicht mehr als verdoppelt. Wärtsilä kommt auf ein KGV von 30, 2G Energy auf 47. Bei Innio sieht die Lage anders aus: Trotz 670 Mio. $ Umsatz im ersten Quartal hat die Firma Verlust gemacht.