Das Zara-Erfolgsrezept

Das Zara-Erfolgsrezept

OAWS Redaktion26. Oktober 2025

Während H&M nicht mal auf 10% EBIT-Marge kommt, schafft Inditex mit Marken wie Zara sogar 20%. Damit schlagen die Spanier aber nicht nur H&M, sondern sind eine positive Ausnahme der gesamten Branche. Dafür gibt es nicht nur einen Grund, sondern viele kleine Hebel entlang der Wertschöpfungskette. Wir haben darüber mit Karo Junker de Neui gesprochen, Geschäftsführerin der E-Commerce-Beratungsfirma Etribes. Das ganze Gespräch mit ihr findet ihr auf unserer Abo-Plattform. Sie hat uns die wichtigsten Punkte für die starke Profitabilität von Zara genannt:

Preisdisziplin. Das ist vermutlich der stärkste Hebel, denn Inditex verkauft den Großteil seiner Ware zum vollen Preis. Heißt: Keine ständigen Rabatte. Weil die Sortimente genau geplant sind, bleibt kaum etwas übrig, das günstiger rausgeschmissen werden muss.

Kontrolle: Der Vertrieb läuft zu einem großen Teil über die eigenen Kanäle. Damit hat Zara volle Preiskontrolle. Das macht Inditex unabhängig von Plattformen oder Zwischenhändlern und es gibt keine Preisvergleiche mit H&M oder Zalando, weil die Produkte nicht vergleichbar sind.

Geringe Kosten: Inditex hat wenig Marketing nötig, weil die Filialen in hochfrequentierten Premiumlagen selbst für Sichtbarkeit sorgen. Und eine hauseigene Logistik ist in der Größenordnung von Inditex deutlich günstiger als Fremdstrukturen.

Es läuft also schon gut. Bleibt die Frage: Wo soll weiteres Wachstum herkommen?

In Europa ist der Markt ziemlich gesättigt.

Die USA machen bisher nur etwa 20% aus - hier sieht Karo Junker de Neui noch etwas Potenzial.

In Asien, vor allem in China, ist das Geschäft schwieriger geworden, schließlich schwächelt dort die Wirtschaft und die Nachfrage. Zara hat sich sogar wieder von Tmall zurückgezogen, weil es hohe Rabatte geben musste.

Online könnte noch eine Chance für Inditex sein. Der Anteil liegt bei rund 25%, in reiferen Märkten sind es im Bereich Mode schon um die 40%. Außerdem könnte eine Chance sein, die Warenkorb-Größe durch teurere Kollektionen zu erhöhen.