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Das nächste Berkshire?

OAWS Redaktion15. Mai 20262 Min

Jetzt, wo Warren Buffetts letztes Jahr zu Ende ist, suchen immer mehr Leute nach dem nächsten Berkshire Hathaway. Einer der Namen, der dabei immer wieder auftaucht: die Markel Group. CEO Tom Gayner sagt selbst, dass er seit Jahren das Berkshire-Playbook studiert. Seit dem Börsengang 1986 hat sich die Aktie mehr als ver-220-facht.

Markel ist ein Versicherer und nutzt seinen Float (das Geld aus Prämien und noch nicht ausgezahlten Schäden), um langfristig in Aktien zu investieren und ganze Unternehmen zu kaufen. Über die letzten 10 Jahre hat Markel den S&P 500 mit im Schnitt 2 Prozentpunkten pro Jahr geschlagen. Aber besonders in den letzten Jahren war die Kursperformance schwächer als die von Berkshire selbst.

Das ist auch dem aktivistischen Investor Jana Partners aufgefallen. Der fordert seit 2024, dass Markel seine Ventures-Sparte verkauft, eine Sammlung von 20 komplett übernommenen Firmen (Handtaschenhersteller, Hausbauer), die nichts mit Versicherungen zu tun haben.

Janas Argument: Die Sparte könnte laut Barrons knapp 10 Mrd. $ wert sein, wirkt aber wie eine „Giftpille", die den eigentlichen Wert des Versicherungsgeschäfts verdeckt und Investoren abschreckt. Mit dem Erlös sollen Aktienrückkäufe von 2 Mrd. $ finanziert werden (fast 10% vom Börsenwert).

Bewertungslücke: Spezialversicherer wie W.R. Berkley und RLI handeln beim ca. 2,5-fachen Buchwert. Markel handelt nur 30% über dem eigenen Buchwert. Das Management selbst geht davon aus, dass die Firma knapp 60% mehr wert ist als der aktuelle Börsenwert von 23 Mrd. $.

Der CEO will die Ventures-Sparte aber behalten, als Stabilitätsanker für das Gesamtunternehmen. Auch Chris Davis, der im Aufsichtsrat von Berkshire sitzt und langjähriger Markel-Investor ist, hat Janas Plan als „einen der dümmsten Vorschläge der letzten 20 Jahre" bezeichnet. Ob Jana sich durchsetzt, könnte wichtig für die Kursentwicklung sein.