
Das Ende von Value?
Der britische Warren Buffett knickt ein. Terry Smith hat über ein Jahrzehnt den Markt geschlagen, mit drei simplen Regeln: gute Unternehmen kaufen, nicht zu viel zahlen, nichts tun. In den letzten drei Jahren hat sein Fonds aber nicht mal 30% gemacht, während der MSCI World fast 70% zugelegt hat.
Smiths Erklärung: Passive Indexfonds und der KI-Hype treiben den Markt übers Kursmomentum statt über Fundamentaldaten. Seinen Investoren ist die Erklärung egal. Die sehen nur die schwache Performance und ziehen Geld ab. Von knapp 30 Mrd. $ in 2023 ist nur noch die Hälfte im Fonds.
Deshalb hat Smith jetzt seine dritte Regel gebrochen und die Hälfte seiner Positionen umgeschichtet:
•Raus: LVMH, Nike und andere Quality-Aktien, die kurzfristig schwächeln.
•Rein: Applovin, TSMC und GE Vernova. Aktien mit starkem Kursmomentum, aber auch fundamentalem Case.
•Der Kontext: Momentum-Aktien haben zuletzt die höchsten Überrenditen seit Jahren erzielt. Das einzige vergleichbare Niveau war 1999, direkt vor der Dotcom-Bubble.
Parallele zu Buffett: Auch 1999 lief Buffetts Portfolio deutlich schlechter als der Markt. Medien fragten, ob das Orakel aus Omaha erledigt ist. Buffett blieb stur, und als die Blase platzte, hat er den Markt wieder überholt. Der Unterschied: Buffett braucht mit Berkshire kein Investorengeld. Smith schon.