
Dänemarks Giga-Arbeitgeber
ISS ist einer der größten Gebäudedienstleister der Welt und mit über 325.000 Mitarbeitern einer der größten privaten Arbeitgeber überhaupt. Das Geschäftsmodell: Großkonzerne lagern alles rund ums Gebäude an ISS aus: Also Reinigung, Kantine, Empfang, Sicherheitsdienst und technische Wartung. Insgesamt macht die Firma rund 11 Mrd. € Umsatz, bei einer operativen Marge von nur 5%.
Das Spannende: 94% der Kunden verlängern ihre Verträge. Grade bei Pharma-Kunden zum Beispiel muss es in den Produktionsräumen klinisch rein sein, da wechselt man den Dienstleister nicht einfach mal aus. Das Geschäft ist quasi ein Abo.
•Das Telekom-Problem: 2019 hat ISS das komplette Gebäudemanagement der Deutschen Telekom übernommen (9.000 Standorte, fast 5% vom Konzernumsatz). ISS hat sich verkalkuliert, der Auftrag wurde zum Verlustbringer. Es folgte ein jahrelanger Streit um rund 80 Mio. €, die Telekom hielt Zahlungen zurück. Im Mai haben beide Seiten den Streit beigelegt und den Vertrag gleich bis 2035 verlängert. ISS hat danach sogar die Umsatzprognose angehoben.
•Neuer Wachstumstreiber Defense: Kasernen und Stützpunkte müssen gereinigt, bekocht und bewacht werden. Das australische Verteidigungsministerium ist schon Kunde.
•Bewertung: Auf Sicht von einem Jahr hat die Aktie 60% gewonnen. ISS ist rund 6 Mrd. € wert, das ist ein KGV von 14 plus 1% Dividendenrendite. Nach dem gelösten Telekom-Streit und mit Defense als potenziellem Treiber klingt das nicht absurd teuer. Aber große Wachstumssprünge sollte man bei so einem Business auch nicht erwarten.