Chips sind nicht Chips

Chips sind nicht Chips

OAWS Redaktion24. Juli 2025

Letzte Ausgabe haben wir von den schwachen Zahlen bei Texas Instruments geschrieben, die viele Chip-Aktien runtergezogen haben. Gestern gab’s dann Rekordzahlen vom Speicherchiphersteller SK Hynix. Woher kommt der Unterschied?

Auf der einen Seite gibt’s die "klassischen" Chiphersteller wie eben Texas Instruments oder STMicroelectronics. Die Aktien von STMicro sind gestern nach neuen Zahlen übrigens auch 16% gefallen. Der Grund: Diese Firmen hängen stark an der schwächelnden Industrie- und Autobranche. Einer der größten Kunden von STMicro ist zum Beispiel Tesla, und deren Geschäft schrumpft grade.

Auf der anderen Seite gibt’s Chiphersteller, die stark von KI profitieren. Bestes Beispiel: SK Hynix.

Die sind führender Anbieter von High Bandwidth Memory (HBM) Chips. Das sind die Speicherchips, die z.B. in den KI-Chips von NVIDIA stecken und dort laut den Experten von SemiAnalysis der größte einzelne Kostenpunkt sind – NVIDIA gibt dafür mehr Geld aus als für die komplette Chip-Produktion bei TSMC.

Entsprechend gut sahen die Zahlen von SK Hynix aus: Der Umsatz ist um 35% gestiegen und die operative Marge ist von 33% auf 41% gesprungen, weil die HBM-Chips extrem profitabel sind.

Die Aktie hat trotzdem kaum zugelegt, weil sie dieses Jahr schon 50% gestiegen ist und die Erwartungen entsprechend hoch waren.

Wieso kommt SK nur auf 130 Mrd. $ Börsenwert, wenn die Firma so stark wächst und letztes Jahr 13 Mrd. $ Gewinn gemacht hat? Der große Konkurrent Samsung arbeitet mit Hochdruck daran, eine eigene HBM-Generation für NVIDIA auf den Markt zu bringen. Wenn das klappt, sind die hohen Margen von SK Hynix in Gefahr. Goldman Sachs hat die Aktie deshalb vor Kurzem abgestuft.