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Chips aus Europa

OAWS Redaktion17. Juni 20262 Min

Alle reden über Chip-Firmen in Asien und den USA. Aber STMicroelectronics liefert Chips für Tesla-Autos, Apple-Produkte und Starlink-Satelliten und macht knapp 12 Mrd. $ Umsatz. Der Konzern hat eigene Fabriken in Frankreich, Italien und Malta (Fachbegriff: Integrated Device Manufacturer). Das gibt mehr Kontrolle, bedeutet aber auch höhere Fixkosten und ein zyklischeres Geschäft. Letztes Jahr ist der Umsatz um 10% gefallen, die operative Marge auf nur noch 3% eingebrochen. In normalen Jahren liegt sie deutlich über 10%.

Warum die Aktie sich seit Jahresbeginn fast verdreifacht hat:

Rechenzentren explodieren: Anfang Juni hat STM die Prognose für das Data-Center-Geschäft auf über 1 Mrd. $ Umsatz angehoben, vorher war es nur die Hälfte. Bis 2027 sollen es 2 Mrd. $ werden. Dahinter steckt ein milliardenschwerer Deal mit AWS. STM liefert unter anderem Chips für die Stromversorgung und spielt auch bei optischer Datenübertragung mit.

Starlink-Boost: Über 5 Mrd. Antennen-Chips hat STM schon für Starlink-Terminals geliefert. Laut Reuters könnte sich diese Menge bis 2027 verdoppeln. Das LEO-Geschäft (Chips für erdnahe Satelliten) bringt rund 600 Mio. $ pro Jahr und wächst seit 2021 mit 35% jährlich.

Nexperia-Effekt: Beim chinesisch kontrollierten Konkurrenten Nexperia gibt's einen Rechtsstreit, der sich bis mindestens Anfang 2027 hinziehen soll. Autohersteller weichen deshalb auf STM aus.

Günstig ist die Aktie nach dem Lauf nicht mehr. Bei rund 60 Mrd. $ Börsenwert liegt das erwartete KGV bei 50, deutlich über Infineon (KGV 36). Schaut man allerdings auf die Analystenerwartungen für 2028, dreht sich das Bild: STM kommt dann auf ein Verhältnis von unter 22, Infineon auf 25. Bei STMicroelectronics sehen die Analysten also mehr Zukunftsfantasie.