
Cerebras IPO = OpenAI-Wette?
Der KI-Chiphersteller Cerebras hat nach langem Hin- und Her Dokumente für einen Börsengang eingereicht. Cerebras zeichnet aus, dass sie keine kleinen Chips herstellen wie andere. Sie verwenden den kompletten Silicon-Wafer als Chip. Normalerweise stanzt man aus einem Wafer viele kleine Chips. Cerebras erhofft sich aber durch einen Wafer als riesigen Chip mehr Leistung rauszuholen.
Und sie machen damit auch schon Geld: 510 Mio. $ Umsatz im letzten Jahr und Bestellungen für 25 Mrd. $ – die aber erst über Jahre abgearbeitet werden. Am Ende ist das also noch eine sehr frühe Wette auf eine mögliche Zukunftstechnologie.
Spannend ist, wer auf diese Zukunftstechnologie schon heute wettet – und wer sie vielleicht nie nutzen kann:
•Klumpenrisiko Abu Dhabi: 2 Kunden machen 86% vom Umsatz aus – die KI-Firma G42 aus Abu Dhabi und die Mohamed bin Zayed University of Artificial Intelligence (auch aus Abu Dhabi).
•Amazon-Deal: Cerebras hat einen Deal mit der Cloud von Amazon, bei dem Amazon auch Aktienoptionen von Cerebras bekommt.
•Der OpenAI-Deal: OpenAI soll Rechenleistung mit Cerebras-Chips für 20 Mrd. $ kaufen und kriegt Optionen auf rund 10% der Aktien. Die 20 Mrd. $ sind das 40-fache vom aktuellen Jahresumsatz – und 80% von den Bestellungen für die nächsten Jahre. Da kommt Stand jetzt wieder eine Abhängigkeit.
Fairerweise ist das vielleicht gar kein so großes Thema: Cerebras ist am Ende eine Wette, dass die Chips langfristig sehr gut werden. Dann müssen auch andere Player sie kaufen, weil in der Branche enormer Druck ist, die besten Chips zu haben.
Was eher bedenklich ist: Im Vertrag mit OpenAI gibt es Exklusivitätsklauseln, die den Verkauf an manche Konkurrenten von OpenAI verbieten – welche das sind, steht nicht im Dokument. Die Bewertung beim IPO soll laut The Information bei rund 35 Mrd. $ liegen.