
Carlsbergs Cola-Wette
Mainstream-Bier macht bei Carlsberg nur noch 49% des Volumens aus. Der Rest sind Softdrinks, Premium-Biere und alkoholfreies Zeug. In Westeuropa haben Softdrinks sogar schon die Hälfte überschritten.
Der Grund: Die junge Generation trinkt weniger Alkohol. Carlsberg versucht, das mit anderen Kategorien aufzufangen.
•Starkes Wachstum abseits von Bier: Softdrinks haben in letzter Zeit um 9% zugelegt, alkoholfreies Bier um 11%. Alkoholfrei ist übrigens doppelt attraktiv, weil keine Alkoholsteuer anfällt, verkauft wird's aber zum gleichen Preis.
•Britvic-Übernahme: Für rund 3,5 Mrd. € hat Carlsberg letztes Jahr den britischen Pepsi-Abfüller gekauft. Das Modell ist ein anderes als beim eigenen Bier: Man besitzt die Marke nicht, produziert und vertreibt sie als Lizenzpartner. Dünnere Marge, dafür Volumen und ausgelastete Werke.
•Pepsi statt Coca-Cola: Ab 2029 füllt Carlsberg auch in Dänemark, Finnland und dem Baltikum Pepsi statt Coca-Cola ab. Für den Konkurrenten Royal Unibrew ist das bitter, die hatten den Pepsi-Vertrag bisher. Wie stark so ein Wechsel wirken kann, zeigt Kasachstan: Da hat Carlsberg Ende 2025 die Pepsi-Lizenz übernommen und das Volumen ist um 70% hochgeschossen.
•Asien-Umbau: Das Geschäft in Ländern wie Vietnam und Malaysia wandert in ein Joint Venture mit der japanischen Brauerei Sapporo, die dafür rund 640 Mio. $ zahlt.
Die Aktie bleibt eine Wette darauf, dass der Umbau schneller geht als der Bierrückgang. Der Börsenwert von knapp 20 Mrd. $ steht für ein KGV von 14. In den letzten fünf Jahren lag der Schnitt bei 17.