← ZurückBuffetts Kaufhaus

Buffetts Kaufhaus

OAWS Redaktion8. Juni 20262 Min

Vor Kurzem hat sich Berkshire Hathaway für rund 55 Mio. $ bei Macy's eingekauft. Klingt nach Kleingeld aber es ist das erste Kaufhaus-Investment seit 1966. Damals hat Buffett in Hochschild, Kohn & Co. investiert und es lange bereut.

Warum also jetzt? Kaufhäuser sterben aus. Sears hatte 2011 noch fast 3.000 Läden, jetzt sind es 5. Saks Global hat im Januar Insolvenz angemeldet und 60% seiner Stores geschlossen. Und genau davon profitiert aber Macy's.

Bloomingdale als Turnaround-Motor: Die Luxuskaufhaus-Tochter hatte laut Jefferies die größte geografische Überschneidung mit den Saks-Stores. Ergebnis: +10% Umsatzwachstum bei gleicher Filialanzahl, obwohl Luxus gerade schwächelt. Dazu kommen neue Marken wie Chloé und Isabel Marant.

Hauptkette stabilisiert sich: CEO Tony Spring (vorher fast 40 Jahre bei Bloomingdale) hat rund 150 der schlechtesten Filialen geschlossen, die restlichen modernisiert und mehr Personal in Schuhe, Handtaschen und Umkleidekabinen gebracht. Ergebnis: knapp 2% Wachstum, das stärkste Q1 seit vier Jahren. Viertes Quartal in Folge mit steigenden Umsätzen pro Filiale, nachdem es 12 Quartale bergab ging.

Versteckte Immobilienwerte: Macy's besitzt die Immobilien von fast der Hälfte seiner 660 Standorte, bei 200 sogar das Grundstück. CoStar schätzt den Immobilienbestand auf 8 bis 10,5 Mrd. $. Der gesamte Börsenwert liegt bei knapp 6 Mrd. $ (plus 4 Mrd. $ Nettoschulden).

Fürs Gesamtjahr rechnet Macy's trotzdem mit leichtem Umsatzrückgang auf 22 Mrd. $, weil Filialschließungen Umsatz kosten und die Konkurrenz von Shein, T.J. Maxx und Amazon groß bleibt. Das KGV liegt bei unter 10. Dafür fließt jetzt mehr Cash in Dividende und Aktienrückkäufe, zusammen gibt's über 6% Rendite für Aktionäre.