
Buffetts Erbe
Diesen Samstag hat Greg Abel zum ersten Mal ever den Aktionärsbrief von Berkshire Hathaway geschrieben. Eine schwere Aufgabe nach Jahrzehnten Warren Buffett. Dazu gab's neue Zahlen.
Was aufgefallen ist:
•Buffett ist noch da: Abel hat direkt auf Seite 1 klargestellt, dass Buffett noch fünf Tage die Woche im Office ist und bei Entscheidungen hilft. Die Botschaft: Die Philosophie bleibt.
•Strenger Ton: Abel ist näher an den einzelnen Firmen dran als Buffett. Bei der Eisenbahn BNSF hat er die gestiegene operative Marge von 35% gelobt, aber direkt gesagt: Wir sind zu weit weg von den Besten der Branche.
•Offener Umgang mit Fehlern: Der Teppichhersteller Shaw hat beim Produktionsausbau nicht genau genug hingeschaut. Bei Pilot hat Berkshire 2017 investiert, aber wegen vertraglicher Themen keinen Durchgriff aufs Management gehabt. Abels Kommentar: Sowas wird nie wieder passieren.
•Versicherungsgeschäft unter Druck: Bei Rück-, Schadens- und Unfallversicherung kommt aktuell viel neues Kapital in den Markt, was die Preise drückt. Berkshire wird in dieser Phase konservativ bleiben und schwächer wachsen. Das sollte man generell als Versicherungsinvestor auf dem Schirm haben.
•Operative Zahlen: Der operative Gewinn ist im letzten Quartal fast 30% gesunken, vor allem wegen des Versicherungsrückgangs. Klingt dramatisch, ist aber wenig aussagekräftig. Schadensfälle schwanken immer über die Zeit. Im Durchschnitt hat Berkshire einen sehr guten Track-Record.
•Neues bei den Investments: Investmentmanager Ted Weschler verwaltet jetzt 6% von Berkshires Investments und hat damit auch einen Teil von Todd Combs übernommen, der zu JPMorgan gewechselt ist.
Im Podcast haben wir auch noch mit Laurenz Malte Nienaber über den neuen Brief von Greg Abel gesprochen. Er hat unter anderem erzählt, wieso manche Investoren Berkshire Hathaway als Short-Kandidaten sehen.
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