
Britischer Traditionsriese
Im Geschäftsjahr bis März 2025 hat Marks & Spencer so viel verdient wie seit über 15 Jahren nicht. Der Kurs hat sich in fünf Jahren mehr als verdoppelt. Jetzt holt sich der britische Traditionshändler Hilfe aus Berlin und Paris, um weiterzuwachsen.
M&S ist eine Mischung aus Kaufhaus und Feinkostladen, gegründet 1884 in Leeds. Heute macht die Firma rund 20 Mrd. € Umsatz, zwei Drittel davon mit Essen. Fast alles sind Eigenmarken, und daran verdient ein Händler in der Regel mehr.
•Die Comeback-Story: 2019 ist M&S aus dem britischen Leitindex geflogen. Seit 2022 läuft ein Umbau mit Fokus auf Lebensmittel und niedrigere Preise. Heute liegt der Umsatz rund 40% höher als vor Corona.
•Hackerangriff überstanden: Im April 2025 waren Onlinebestellungen fast sieben Wochen gestoppt, der Gewinn ist um knapp ein Viertel eingebrochen. Inzwischen läuft's wieder: Diesen Sommer sind die Lebensmittelumsätze um 16% gewachsen, bei Tesco waren's knapp 2%.
•Neue Partner: Sephora (LVMH) soll jüngere Kundinnen in die Läden holen. Zalando übernimmt Lager, Versand und Retouren in 22 Ländern und soll das Onlinegeschäft deutlich billiger machen.
•Kleine Margen: Die bereinigte operative Marge liegt bei Lebensmitteln und bei Kleidung jeweils bei rund 5%. Allein für Weihnachten stellt M&S 11.000 Aushilfen ein.
An der Börse ist M&S knapp 10 Mrd. € wert, das erwartete KGV liegt bei 12. Tesco und Sainsbury's kosten das 15-Fache. Wenn die Lebensmittel weiter Marktanteile holen und die Kleidungsmarge wieder auf über 10% klettert (UBS rechnet bis 2029 mit mehr als 12%), könnte die Bewertung interessant sein. Klappt das aber nicht, wird es nach der starken Rallye schwer, weitere Kursanstiege zu rechtfertigen.