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Brillen-Krimi

OAWS Redaktion18. Mai 20262 Min

Essilor Luxottica hat seit Jahresanfang fast 40% an Börsenwert verloren und liegt nur noch bei 80 Mrd. €. Neben dem zunehmenden Wettbewerb bei Smart Glasses sorgt ein Familienkrieg für Unruhe.

Der Erbstreit: Gründer Leonardo Del Vecchio ist 2022 verstorben. Sein Sohn Leonardo Maria will die Anteile zweier Geschwister an der Familienholding Delfin für 10 Mrd. € übernehmen. Halbbruder Rocco hat Klage eingereicht, er war bis Januar selbst Manager bei Essilor und hat das KI-Brillengeschäft mit aufgebaut. Leonardo Maria liegt im Rechtsstreit mit der eigenen Mutter.

Das Wachstum: Die Ray-Ban Meta Smart Glasses sind der wichtigste Treiber. Über 7 Mio. Stück wurden letztes Jahr verkauft, dreimal so viele wie im Vorjahr. 2026 soll die Produktion auf 10 Mio. steigen, langfristig sind sogar 30 Mio. im Gespräch. Der Umsatz ist im Q1 um knapp 11% gestiegen, das dritte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum.

Die Konkurrenz: Kering (Gucci) hat zusammen mit Google ab 2027 eigene KI-Brillen angekündigt. Apple arbeitet an einer Brille, Samsung will noch dieses Jahr liefern. Aktuell hat Meta knapp 70% Marktanteil, aber die Konkurrenz kommt.

Das Margenproblem: Smart Glasses sind für Essilor eher margenschwach. Das Management hat das alte Margenziel im Februar gestrichen und setzt stärker auf Wachstum. Das kam an der Börse nicht gut an.

Der Dividendendruck: Wenn Leonardo Maria den Deal durchzieht, finanziert er ihn mit Schulden. Um die zu bedienen, soll Delfin von 2025 bis 2027 jeweils 80% des Gewinns ausschütten. Cash, das früher in der Holding lag, fließt dann an die Eigentümer. Das könnte Essilor unter Druck setzen, hohe Dividenden zu zahlen, genau in der Phase, in der eigentlich mehr in Wachstum investiert werden müsste.

Das erwartete KGV liegt bei 23 und damit unter dem Zehn-Jahres-Schnitt von knapp 30. Klingt günstig, braucht aber immer noch viel Wachstum, um aufzugehen.