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Brasiliens Ölboom

OAWS Redaktion27. April 20262 Min

Der MSCI Lateinamerika hat seit Jahresbeginn über 20% gewonnen, während sich Eurostoxx und S&P 500 kaum bewegt haben. Der Grund: Die meisten großen Volkswirtschaften der Region verkaufen mehr Öl und Gas ins Ausland, als sie selbst einkaufen müssen. Steigt der Ölpreis, verdienen sie mit.

Brasilien hat die Ölproduktion in den letzten Jahren auf 4 Mio. Barrel pro Tag hochgeschraubt. Davon profitiert besonders der staatliche Ölkonzern Petrobras. Seine Aktie hat dieses Jahr schon über 60% zugelegt. Trotzdem gibt's noch 6% Dividendenrendite. Der Abschlag hat einen politischen Grund:

Eingefrorene Spritpreise: Petrobras hat zwar den Kerosinpreis um 55% angehoben, aber Benzin und Diesel im Inland trotz steigendem Ölpreis nicht angefasst. Ein Aufsichtsratsmitglied warnt, dass der Konzern seit Beginn des Irankriegs 2 bis 3 Mrd. $ liegen gelassen hat.

Wahlkampf-Logik: Präsident Lula will günstige Spritpreise für seine Wähler, weil dieses Jahr Wahlen anstehen. In Stichwahlumfragen liegt er erstmals hinter dem Herausforderer Flavio Bolsonaro, dem ältesten Sohn des inhaftierten Ex-Präsidenten.

Wer die Brasilien-Story im Depot haben will, könnte den iShares MSCI Brazil ETF nutzen. Wichtig: Der ist stark konzentriert auf Petrobras und den Bergbaukonzern Vale, also eher eine Rohstoff-Wette als breites Brasilien-Investment. Wer kein Rohstoff-Exposure will, kann sich Itaú Unibanco anschauen. Die größte Privatbank Brasiliens kommt auf ein KGV von 10 und 7% Dividendenrendite und profitiert vom Wirtschaftswachstum und dem hohen Zinsniveau.