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Brasilien-Beben
Nu Bank (-17%), Petrobras (-14%), Ambev (-14%). An der brasilianischen Börse ging's gestern massiv bergab. Der Grund: Lula hat überraschend die Präsidentschaftswahl gewonnen. Auf dem Prediction Market Kalshi lag die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg von Bolsonaro am Freitag noch bei 75%.
Bolsonaro galt aus Investorensicht als wirtschaftsfreundlicher. Nachdem sich Banken bullish zu Brasilien geäußert hatten, waren die Kurse im Vorfeld gestiegen. Lulas Sieg hat das komplett gedreht.
•Das Kernproblem: Brasiliens Zinsen sind zu hoch. Das schadet dem Staat wegen der hohen Verschuldung, aber auch der Bevölkerung tun die Zinsen weh. Wer Geld hat, verdient daran. Wer keins hat, ertrinkt in Schulden. Kein Land kann mit solchen Zinsen nachhaltig wachsen.
•Reformstau droht: Der Kongress hat sich nach rechts verschoben. Dadurch ist Lula sehr auf die Zentrumsparteien angewiesen. Und die werden ihre Verhandlungsposition bei jeder Reform ausnutzen, der sie zustimmen sollen. Bolsonaro hätte es im Kongress deutlich leichter gehabt.
•Langfristiger Einfluss: Lula kann vier Posten am Obersten Gerichtshof neu besetzen. Genau der Gerichtshof, der ihn damals aus dem Gefängnis geholt hat. Die Richter bleiben jahrelang, auch nach seiner Amtszeit.
Angst vor drastischen Maßnahmen wie Enteignung gibt's erstmal nicht. Dafür ist die Wirtschaft zu mächtig. Die eigentliche Gefahr ist, dass zu wenig Reformen passieren und wieder viel Korruption.
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