Börse setzt auf Wiederaufbau

Börse setzt auf Wiederaufbau

OAWS Redaktion27. November 2025

Neben der Hoffnung auf sinkende Zinsen hat die Börse in den letzten Tagen die Aussicht auf einen möglichen Frieden in der Ukraine angetrieben. In erster Linie denkt man da an die großen Baukonzerne wie Heidelberg Materials. Doch auch abseits davon gibt’s spannende Firmen, die von einem Frieden profitieren könnten. Eine davon ist die Raiffeisen Bank International (RBI).

Als eine der wenigen westlichen Banken sind die Österreicher in der Ukraine weiterhin aktiv. Mit rund 300 Filialen und 5.000 Mitarbeitern ist die RBI auch in der Kriegszeit in dem Land vertreten. Startet der Wiederaufbau, dürfte die Bank gut positioniert sein für die Kreditvergabe.

Aber: Auch in Russland macht die Bank noch Geschäfte. Darum muss man sich moralisch selbst überlegen, ob man in so einen Wert investieren möchte.

Operativ profitiert die Bank da von hohen Zinsen und dem Boom, den die Rüstung in der Wirtschaft auslöst. Aber: wegen Sanktionen kann die Bank ihre Gewinne nicht nach Österreich transferieren.

Deswegen wollte die Bank ihre dort eingefrorenen Milliarden gegen Anteile am Baukonzern Strabag tauschen, um das Geld auf diesem Weg rauszuholen. Der Deal ist aber geplatzt und jetzt klagt eine russische Gesellschaft auf fast 2 Mrd. € Schadenersatz.

Das ist ein Risiko für die Bank, die sich vom Russlandgeschäft wohl nur schwierig trennen kann, wenn der Krieg weitergeht. Wegen dieses hohen politischen Risikos liegt das erwartete KGV der RBI beim Börsenwert von 12 Mrd. € auch nur bei 7. Dabei gibt’s dazu noch eine Dividendenrendite von 3%. Allerdings ist das insgesamt eine sehr riskante Wette.

Wer nicht so risikoaffin ist, kann in Richtung “Hardware” schauen. Wacker NeusonistWeltmarktführer für kleine bis mittlere Baumaschinen und macht 80% seines 2 Mrd. € Umsatzes in Europa. Wenn in ukrainischen Städten der Wiederaufbau starten sollte, braucht man kompakte Geräte. Das könnte eine Sonderkonjunktur für den Konzern auslösen.

Aber: Auch hier hat der Markt schon vorgegriffen. Die Aktie ist auf Jahressicht schon 40% gestiegen. Mit einem KGV von 14 und einer Dividendenrendite von 3% könnte Wacker Neuson zwar noch Potenzial haben, ist aber kein Schnapper mehr.