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BlackBerrys zweites Leben

OAWS Redaktion11. Mai 20262 Min

Wer "BlackBerry" hört, denkt an Plastik-Tastaturen und einen Konzern, der vor 15 Jahren spektakulär gescheitert ist. 2008 war BlackBerry über 80 Mrd. $ wert, heute sind's nur noch ca. 3,5 Mrd. $. Aber die Firma macht immer noch 550 Mio. $ Umsatz, nur halt nicht mehr mit Handys.

Der heimliche Star: Wer ein modernes Auto fährt, das beim Spurhalten hilft oder vor Auffahrunfällen warnt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Betriebssystem namens QNX unter der Haube. 275 Mio. Autos fahren damit auf der Straße. Die Sparte macht ca. die Hälfte vom Umsatz aus und ist im letzten Quartal 20% gewachsen.

Das Geschäftsmodell: QNX wird schon während der Entwicklung eines neuen Modells bezahlt. Richtig spannend wird's aber, wenn die Autos verkauft werden, denn da bekommt BlackBerry pro verkauftem Auto einen Anteil.

Expansion über Autos hinaus: Johnson & Johnson hat BlackBerry beauftragt, die Software für eine KI-Herzpumpe zu schreiben. Ca. 20% vom QNX-Umsatz kommen schon von Nicht-Auto-Kunden. Dazu gibt’s eine neue Robotik-Partnerschaft mit NVIDIA.

Die zweite Sparte: Abhörsichere Kommunikation für Regierungen und Banken. Nach 4 Jahren ohne Wachstum hat man einen wichtigen Deal mit der kanadischen Regierung gewonnen.

Insgesamt ist die Aktie in den letzten 4 Wochen 70% gestiegen und BlackBerry war 4 Quartale in Folge profitabel. Das hat man seit 2011 nicht geschafft. Mit einem erwarteten KGV von 30 ist die Bewertung für eine Firma, die lange unprofitabel war, nicht günstig. Für eine wachsende Software-Firma mit Rüstungs- und Robotik-Fantasie aber auch nicht absurd.

ABER: Beim Blick auf den Auftragsbestand wirkt‘s nicht so, als würde BlackBerry im Automarkt Marktanteile gewinnen. Eher im Gegenteil. Und wie einzigartig die Software für Robotik wirklich ist, bleibt schwer einzuschätzen. In dem Bereich ist der Umsatz noch so klein, dass von einem Branchenstandard keine Rede sein kann.