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Bilanzen, Brände & Buffett
Neben der Rücktritts-Ankündigung gab’s bei der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway am Samstag mal wieder paar spannende Einblicke.
Erstmal zu den Quartalszahlen, die am Samstag gekommen sind:
•Der Cash-Bestand lag Ende März bei 348 Mrd. $. Das sind nochmal 14 Mrd. $ mehr als Ende Dezember.
•Buffett hat letztes Quartal fast 5 Mrd. $ an Aktien verkauft und nur für 3 Mrd. $ zugekauft. Es ist das zehnte Quartal in Folge mit Netto-Verkäufen.
•Die 100%-Töchter wie die Versicherungen oder die Eisenbahn BNSF haben letztes Quartal 14% weniger operativen Gewinn gemacht als vor einem Jahr. Das lag neben Währungseffekten vor allem an der Versicherungssparte. Ein Grund: Die Waldbrände in Kalifornien haben Berkshire circa 1 Mrd. $ gekostet.
Was gab’s sonst an spannenden Statements?
•Buffett wurde gefragt, ob er nach Trumps Zoll-Ankündigung massiv zugekauft hat. Er hat’s nicht direkt beantwortet, meinte aber, dass der Kursrückgang der letzten Wochen nicht wirklich nennenswert war. Es gab in seiner Amtszeit schon 3 Phasen, in denen der Berkshire-Kurs über 50% abgeschmiert ist.
•Buffett und Greg Abel haben beide gesagt, dass sie ihre Investments in die fünf japanischen Handelsriesen Mitsui, Mitsubishi, Sumitomo, Itochu und Marubeni noch mindestens für die nächsten 50 Jahre halten wollen. Und eventuell auch große gemeinsame Projekte mit ihnen umsetzen werden.
•In Bezug auf Trumps Zölle meinte Buffett wenig überraschend, dass man Handel nicht als Waffe nutzen sollte und die USA langfristig auch davon profitiert, wenn andere Länder reicher werden. Er sieht zwar das Problem des Handelsdefizits vor allem langfristig, würde es aber anders lösen. Zum Beispiel hat er vor über 20 Jahren mal das Konzept der Import Certificates vorgeschlagen.
•Für alle, die selbst Aktien analysieren, war Buffetts Statement spannend, dass er viel stärker auf die Bilanzen schaut als auf Gewinn- und Verlustrechnungen. Denn in den Bilanzen kann man nicht so viel manipulieren. Er schaut sich also die Entwicklung der Bilanz über 8-10 Jahre an, bevor er auf die GUV schaut.
•Buffett hat auch über die gigantischen KI-Investments der Tech-Riesen gesprochen. Die Kurzfassung: Grundsätzlich ist’s immer besser, ein Business zu haben, das viel Gewinn macht und wenig Kapital braucht, als eins mit viel Kapital und viel Gewinn.
•Ajit Jain hat erzählt, dass Geico in den letzten Jahren viel effizienter wurde. Auch weil der CEO Todd Combs seit 2020 20.000 von 50.000 Mitarbeitern entlassen hat.