
BICs Feuerzeug-Offensive
Jeden Tag werden 26 Mio. BIC-Produkte verkauft. Trotzdem ist der Umsatz zwei Jahre in Folge geschrumpft. Wie will man mit Kugelschreibern und Feuerzeugen heute noch wachsen? Der neue CEO Rob Versloot hat eine überraschende Antwort: Marihuana.
•Der Hebel: Feuerzeuge machen nur ein Drittel vom Umsatz, aber mehr als die Hälfte vom operativen Gewinn. Die Marge liegt bei über 30%, bei Schreibwaren unter 10%. Wenn dieses Segment wächst, steigt der Gewinn überproportional.
•Der Plan: Cannabis-Konsumenten in den USA kaufen Feuerzeuge oft in kleinen Raucherzubehör-Läden. 15.000 bis 20.000 solcher Shops hat BIC bisher nicht bedient. Das soll sich ändern.
•Neuer Führungsstil: Versloot ist der erste externe CEO in 80 Jahren Firmengeschichte. Die Gründerfamilie kontrolliert den Konzern zwar weiter mit 60% der Stimmrechte, lässt ihm aber freie Hand. Digitale Notizbücher und Fake-Tattoo-Stifte seines Vorgängers hat er sofort eingestellt.
•Wachstum durch Zukäufe: Die britische Haarbürstenmarke Tangle Teezer (2024 von BIC gekauft) ist zuletzt um 20% gewachsen, unter anderem durch Kooperationen wie mit dem Film „Der Teufel trägt Prada".
Bis 2030 soll der Umsatz im Schnitt um 3% pro Jahr wachsen und die operative Marge von knapp 14% auf über 15,5% steigen. Die Aktie ist seit Jahresanfang 30% gestiegen. BIC kommt damit auf 2,7 Mrd. € Börsenwert, ein KGV von 13 (der Schnitt der letzten Jahre lag eher bei 11). Dazu gibt's gut 3,5% Dividendenrendite.
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