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Berkshire ohne Buffett

OAWS Redaktion24. März 20262 Min

Das erste große Aktien-Investment nach Warren Buffetts Abgang als CEO: Berkshire Hathaway hat sich 2,5% an der japanischen Versicherung Tokio Marine gekauft, für knapp 2 Mrd. $.

Der Deal hat drei Teile: Berkshire wird Rückversicherer von Tokio Marine, kauft sich als Aktionär ein und beide wollen gemeinsam nach Übernahmezielen suchen. Berkshire hat zugesichert, ohne Zustimmung nicht über 9,9% zu gehen. Das kennt man schon von den fünf japanischen Handelshäusern (Mitsubishi, Itochu, Mitsui, Marubeni, Sumitomo), wo Buffett seit 2019 schrittweise aufgestockt hat.

Aus 15 Mrd. $ Investment sind dort 35 Mrd. $ plus fast 1 Mrd. $ Dividende pro Jahr geworden.

Kann Tokio Marine auch so erfolgreich werden? Was hat Berkshire gereizt?

Starkes Wachstum: Der Gewinn pro Aktie ist zwischen 2019 und 2024 um fast 20% pro Jahr gestiegen. Zum Vergleich: Allianz, Axa oder Zurich Insurance kommen auf unter 10%.

Nischen statt Massenmarkt: Tokio Marine fokussiert sich auf Schaden- und Unfallversicherungen in Spezialbereichen. Zum Beispiel hat die Firma letztes Jahr für 600 Mio. $ eine Spezialversicherung für Autosammler gekauft. Hinter Chubb ist Tokio Marine außerdem der zweitgrößte Versicherer von Luxushäusern in den USA.

Weniger Konkurrenz: Die Private-Equity-Player, die gerade ins Versicherungsgeschäft drängen, konzentrieren sich auf die großen Bereiche. Die Spezialnischen sind zu kleinteilig für sie.

Berkshires eigene Erfahrung: Das Vorzeige-Investment Geico (Autoversicherung) ist in den letzten Jahren von digitaleren Konkurrenten abgehängt worden. Vielleicht sucht Berkshire deshalb bewusst Versicherungen mit weniger Konkurrenzdruck.

Mit einem KGV von elf und rund 3,5% Dividendenrendite ist Tokio Marine kein Schnäppchen, aber auch nicht teuer. Eher ein stabiles Dividenden-Investment mit Upside, wenn neue Übernahmen oder die Partnerschaft mit Berkshire das Wachstum zusätzlich pushen.