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BASF-Perle an die Börse

OAWS Redaktion14. Juli 20262 Min

20 bis 30 Mrd. € soll die Agrarsparte von BASF beim geplanten Börsengang 2027 wert sein. Der Witz: Der ganze BASF-Konzern kommt an der Börse aktuell nur auf rund 42 Mrd. €. Die Agrarsparte wäre damit bis zu 70% der ganzen Firma wert, macht aber nur ein Sechstel vom Umsatz. BASF bringt nur einen Minderheitsanteil aufs Parkett und bleibt Mehrheitseigentümer.

Die Sparte ist die Perle im Konzern: rund 10 Mrd. € Umsatz und 2 Mrd. € operativer Gewinn vor Abschreibungen im letzten Jahr. Wieso bringt man das überhaupt an die Börse?

Das Grundproblem: BASF macht alles Mögliche, von Basischemie über Kunststoff bis Landwirtschaft. Die Börse mag solche Konglomerate nicht und gibt pauschal einen Bewertungsabschlag. Dazu läuft das klassische Chemiegeschäft grad einfach schlecht. Deshalb stellt BASF einzelne Geschäfte eigenständig auf. Vom Farbengeschäft hat sich der Konzern schon getrennt (60% für knapp 6 Mrd. € an Carlyle).

Bewertungscheck: Der beste Vergleich ist US-Konkurrent Corteva, der einzige börsennotierte Pure Play der Branche. Beide haben eine operative Marge vor Abschreibungen von rund 20%. Corteva kommt auf das 14-Fache vom operativen Gewinn. Legt man das auf die BASF-Sparte um (mit leicht rückläufigem Gewinn), landet man bei fast 28 Mrd. €. Die Bewertung ist also durchaus erreichbar.

Mehr Bewegung im Markt: Auch Syngenta aus der Schweiz (mittlerweile in chinesischer Hand) könnte laut Handelsblatt im Herbst einen Börsengang in China ankündigen.

Die BASF-Pläne sind an der Börse gut angekommen, seit Jahresbeginn ist die Aktie fast 10% im Plus. Auf Sicht von 5 Jahren hat sie aber 30% verloren. Insgesamt wird der Konzern mit dem 18-Fachen vom erwarteten Gewinn bewertet, dazu gibt's fast 5% Dividendenrendite.