
ASMLs Monopol-Paradox
ASML war Anfang 2025 noch 270 Mrd. € wert. Jetzt sind‘s 640 Mrd. €. Mehr als verdoppelt. Trotzdem wirkt die Performance im Vergleich zu anderen Chip-Aktien mager. Samsung ist im gleichen Zeitraum von 230 Mrd. € auf über 1.200 Mrd. $ gestiegen.
Warum hinkt ausgerechnet die wichtigste Chip-Firma Europas hinterher?
Das Business funktioniert fundamental anders. ASML verkauft einzelne Maschinen für über 200 Mio. $ das Stück. Ohne die kann weder NVIDIA noch Intel noch Samsung Chips produzieren. Aber die Produktion hochzufahren ist extrem schwer. In den Maschinen stecken hochspezialisierte Teile (z.B. Linsen von Carl Zeiss), und auch die Zulieferer müssen erst Kapazitäten ausbauen.
•Volle Auftragsbücher, begrenztes Tempo: Allein SK Hynix hat im März Maschinen für 7 Mrd. € bestellt. Trotzdem soll der Umsatz 2025 nur um rund 20% wachsen. Analysten erwarten für die Folgejahre auch nicht dramatisch mehr.
•Teure Bewertung: Das erwartete KGV liegt bei 50. NVIDIA kommt auf 20, Broadcom auf 25, Samsung auf unter 10. Allerdings sind ASMLs Umsätze und Margen deutlich stabiler, weil das Geschäft nicht so weit von den Niveaus vor dem KI-Hype entfernt ist.
•Wenig kurzfristiger Hebel: Es könnte theoretisch passieren, dass Kunden in einem Nachfrageengpass plötzlich 1 Mrd. $ statt ein paar hundert Millionen pro Maschine zahlen. Aber das ist reine Spekulation, aktuell gibt's wenig, was darauf hindeutet.
Auf Sicht von 15-20 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ASML als eine der relevantesten Chip-Firmen solide performt. Kurzfristig haben NVIDIA oder Samsung mehr Upside-Potenzial, tragen aber auch mehr Downside-Risiko, falls der Boom in 2-3 Jahren dreht.