Apotheken-Crash

Apotheken-Crash

OAWS Redaktion06. Januar 2026

Der Börsenwert von Deutschlands größter Online-Apotheke Redcare Pharmacy (Ex-”Shop Apotheke”) hat sich in den letzten 12 Monaten auf unter 1,5 Mrd. € halbiert. Das ist nur noch knapp die Hälfte vom Umsatz. Eine Befürchtung ist die neue Konkurrenz durch dm. Der Drogerie-Riese verkauft seit kurzem rezeptfreie Medikamente im Netz.

Wenn man aber genau hinschaut, sieht man: dm hat nur 2.500 Produkte und darf keine verschreibungspflichtigen Medikamente (Rx) verkaufen. Redcare hat 38.000 Artikel und wächst gerade im Rx-Bereich mit 50%. Das Problem dürfte also nicht nur dort liegen:

Margenschwäche: Redcare war noch nie profitabel. Das Management wettet darauf, dass Rezept-Kunden mehr bestellen und die bereinigte EBITDA-Marge langfristig auf 8% treiben. Aktuell liegt sie bei 2%.

Verwässerung: Redcare finanziert sich immer wieder über neue Aktien. Seit 2016 hat sich die Anzahl der Aktien verdoppelt. Wer hier investiert ist, muss aufpassen, dass sein Anteil nicht weiter verwässert wird.

Marktsorgen: Es schwingt immer die Sorge mit, dass vor allem rezeptpflichtige Medikamente doch mehr offline gekauft werden als erhofft. Dazu gibt’s immer wieder regulatorische Hürden - zum Beispiel rund um die Gesundheits-ID.

Redcare wächst also und ist auf den Umsatz geschaut recht günstig. Wenn sie irgendwann zum Beispiel auf 4% Nettomarge kommen, wäre das beim aktuellen Umsatz ein KGV von 10. Aber bis dahin ist eben noch ein weiter, unsicherer Weg.