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Scout24 kommt heute in den DAX. Das Schweizer Pendant dazu ist am Freitag an die Börse. Die Swiss Marketplace Group (SMG) hat auf Anhieb eine Bewertung von 5 Mrd. € erreicht. Das ist sportlich für eine Firma mit knapp 300 Mio. € Umsatz.
Aber das Modell ist eben sehr attraktiv. Wer das perfekte Geschäftsmodell auf dem Reißbrett entwerfen würde, käme wohl bei so etwas wie Immoscout raus. Die Logik ist simpel: Anbieter gehen dahin, wo die meisten Kunden sind, und Kunden gehen dahin, wo das größte Angebot ist. Diese Winner-Takes-All-Dynamik sorgt für einen tiefen Burggraben und erlaubt hohe Preise bei niedrigen Betriebskosten.
Wie profitabel das sein kann, zeigt ein Blick ins Baltikum: Die Baltic Classifieds Group hat zuletzt aus 80 Mio. € Umsatz einfach mal 45 Mio. € Gewinn nach Steuern gezogen. Das ist eine Marge von über 50%. Davon ist SMG noch ein Stück entfernt, aber die Story stimmt die Anleger optimistisch:
•Starke Marktposition: SMG ist mit Plattformen wie Homegate, Immoscout24 und AutoScout24 der unangefochtene Marktführer in der Schweiz - einer der stabilsten Volkswirtschaften der Welt.
•Starke Marge: Die operative Gewinnmarge liegt bei 45%. Das ist zwar schwächer als bei der Baltic-Gruppe, aber auf einem ähnlichen Niveau wie bei der deutschen Scout24.
•Breite Aufstellung: Anders als Scout24 hängt SMG nicht nur am Immobilienmarkt. Das Geschäft teilt sich auf die Bereiche Immo (50%), Auto (25%) und General Marketplaces wie Ricardo oder tutti.ch (25%) auf.
SMG wird mit dem 17-fachen des Umsatzes bewertet, während die ebenfalls mit rund 10% wachsende Scout24 nur auf das 13-fache kommt. SMG will dieses Jahr ca. 100 Mio. € Gewinn machen und davon 75% als Dividende ausschütten. Das ergibt aber immer noch ein sportliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von 50.