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Anthropics IPO-Dokument

OAWS Redaktion27. Oktober 20262 Min

Die Zahlen sind krass: Im ersten Halbjahr 2026 hat die Firma über 16 Mrd. $ Umsatz gemacht. Im ersten Halbjahr 2025 waren's nichtmal 1,6 Mrd. $. Also mehr als verzehnfacht.

Der operative Verlust hat sich auf 690 Mio. $ deutlich verringert. Zieht man nur die Kosten für Rechenleistung vom Umsatz ab, bleiben sogar 45% übrig. Andere spannende Zahlen:

•Absurde Kundenbindung: Die Net Revenue Retention (also wie viel mehr Kunden heute ausgeben als vor einem Jahr) liegt bei 900%. Der Umsatz pro Mitarbeiter bei über 6 Mio. $.

•Effizienzgewinn: Während der Umsatz im Quartal bis Juni 2026 um 1.368% gewachsen ist, sind die Rechenkosten nur um 300% gestiegen.

•Umsatzkonzentration: Kein Kunde macht mehr als 10% vom Umsatz aus, die Top 5 zusammen 25%. Rund 50% der Umsätze laufen über die Cloud-Plattformen von Amazon, Google und Azure. Spannend: Anthropic bucht diesen Umsatz komplett, verbucht die Abgabe an die Plattformen aber unter Sales und Marketing statt unter den Rechenleistungskosten. Dadurch wirken die Margen bisschen höher als sie sein sollten.

•Kuriose Details: Schätzungsweise 5-7% der Umsätze kommen von Kunden, die gegen die Nutzungsrichtlinien verstoßen und denen Anthropic dann den Zugang abdreht.

•Stimmrechtsstruktur: Die sieben Gründer halten über eine gemeinsame Firma eine F-Aktie mit über 50% der Stimmrechte (ähnlich wie bei Palantir). Dazu gibt's Class-T Aktien für eine unabhängige Organisation mit Experten für Geopolitik und KI-Sicherheit, die die Mehrheit des Aufsichtsrats wählen kann. Da haben dann auch die Gründer nix mitzureden.

•Die Banken: Goldman Sachs und Morgan Stanley leiten den Börsengang. Bei SpaceX gab's noch drei weitere Banken mit ähnlich viel Verantwortung. Anthropic hat das stärker beschränkt, eventuell weil sie damit rechnen, ihre Aktien easy verkauft zu kriegen. So oder so gute Nachrichten für Goldman und Morgan Stanley.