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Amplifons Familien-Wette

OAWS Redaktion15. Oktober 20262 Min

Die großen Hörgeräte-Aktien haben sich nach 2024 alle halbiert. Sonova und Demant haben sich aber 2026 erholt (Demant war allein dieses Jahr über 60% im Plus). Nur Amplifon, der größte Hörgeräte-Händler der Welt, hängt noch weit hinten. Von rund 8 Mrd. € Börsenwert zur Spitze sind nur 3,3 Mrd. € übrig.

Das Problem: Amplifon baut keine Hörgeräte, sondern verkauft sie nur. Während Sonova und Demant sich mit neuen Modellen Marktanteile geholt haben, konnte Amplifon von so einem Effekt nicht profitieren.

Deshalb gibt‘s auch die Mega-Übernahme. Amplifon will GN Hearing kaufen (Marken wie ReSound und Beltone, vier Werke, 5.500 Mitarbeiter). Zusammen hätten beide rund 3,5 Mrd. € Umsatz. Die Idee: mehr Geräte für die eigenen Läden selbst bauen und profitabler werden.

Die Börse ist trotzdem skeptisch:

•Konkurrenz-Konflikte: GN beliefert viele Amplifon-Konkurrenten, die nach der Übernahme abspringen könnten. Gleichzeitig beliefern Sonova und Demant als GN-Konkurrenten wiederum Amplifon. Auch da drohen Spannungen.

•Hoher Preis: Der Deal kostet über 2 Mrd. €. Amplifon muss einen Kredit über 1 Mrd. € aufnehmen, dazu wird der GN-Konzern mit 17% an der Firma beteiligt.

Wer an die Strategie glaubt, kriegt die Aktie zum 16-fachen des erwarteten Gewinns. Deutlich günstiger als Sonova und Demant mit KGVs von weit über 20. Die haben zwar zuletzt den besseren Job gemacht, aber ihre Aktien zeigen auch: Bewertungen in dem Bereich können so schnell steigen, wie sie gefallen sind.