
Amer zum Schnäppchenpreis?
Lululemon-Gründer Chip Wilson lässt sich scheiden und hat keinen Ehevertrag. In Kanada heißt das: 50% seines 6 Mrd. $ Vermögens gehen erstmal an seine Frau. An der Börse ist das relevant, weil Wilson größter Einzelaktionär von Lululemon ist (fast 9%). Wenn die Hälfte davon verkauft wird, sorgt das für Druck bei einer Aktie, die sowieso in der Krise steckt.
Viel spannender ist aber eine andere Beteiligung. Der Lululemon-Anteil ist wegen der schwachen Performance nur noch rund 1 Mrd. $ wert. Sein 17% Anteil an Amer Sports (Arc'teryx, Salomon, Wilson) ist mit knapp 3 Mrd. $ fast dreimal so viel wert.
Und genau die Aktie steckt auch nicht in der Krise:
•Starkes Wachstum: Letztes Quartal gab's zum zweiten Mal in Folge über 30% Wachstum. Nicht nur Arc'teryx und Salomon performen, auch die Baseball- und Tennismarken wachsen über 20%. Bei Wilson sieht Amer Sports sogar das größte Potenzial, vor allem bei Klamotten und Schuhen.
•Breite Aufstellung: Drei verschiedene Wachstumstreiber statt Abhängigkeit von einer einzigen Marke. Dazu hält Anta Sports 40% der Aktien und bringt Expertise in China mit, dem Markt, der für viele Sportmarken gerade am schwierigsten ist.
•Günstigste Bewertung seit IPO: Der Kurs ist 2026 trotzdem um 25% gefallen, das erwartete KGV liegt bei 20. Der Schnitt der letzten 3 Jahre liegt über 30.
Das Wachstum verlangsamt sich aber. Dieses Quartal erwartet Amer nur noch 18-20% (wobei sie immer konservativ schätzen). Die Sorge vor schwachem Konsum trifft die ganze Branche. Und im Modebereich können Trends schnell drehen. Dafür muss man sich nur Lululemon anschauen.
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