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Amazons Token-Maschine
Die Cloud-Margen sinken bei CoreWeave, Oracle und in der Microsoft-Cloud. Bei AWS steigen sie. Von 33% Anfang 2025 auf jetzt 38%. Laut SemiAnalysis hat das strukturelle Gründe.
Die großen Schlagzeilen der letzten Monate waren riesige Deals, bei denen Meta, Anthropic oder OpenAI für Jahre Rechenkapazität abkaufen. Das klassische "Infrastructure as a Service"-Modell. Damit baut Oracle sein Cloud-Business auf, damit werden CoreWeave und Co. groß. Aber Amazon verdient sein Geld zunehmend anders: mit "Token as a Service".
•Das Produkt: Amazon Bedrock. Über 125.000 Kunden nutzen das Tool, darunter 80% der 100 umsatzstärksten US-Firmen. Einfach gesagt: Unternehmen greifen über AWS auf verschiedene KI-Modelle (Claude, ChatGPT, Mistral) zu und bekommen eine Rechnung von AWS.
•Der Margenvorteil: Amazon wird nicht nur dafür bezahlt, dass Claude über AWS läuft, sondern kassiert zusätzlich eine Umsatzbeteiligung an jeder Nutzung. Die gibt's bei fixen Infrastruktur-Deals nicht. SemiAnalysis schätzt die operative Marge von Bedrock auf fast 60%.
•Das Risiko: Das Modell hängt komplett davon ab, wie viel die KI-Tools genutzt werden. Keine Garantie wie bei Jahresverträgen. Aber solange die Claude-Nutzung durch die Decke geht, ist das ein perfektes Setup.
Langfristig sieht SemiAnalysis AWS im Vorteil, weil Amazon die meiste Rechenkapazität hat, eigene Chips für effizienten Betrieb besitzt und anders als Google kein eigenes riesiges KI-Modell betreibt, das intern Kapazität frisst.