
Alu im Louvre
Der polnische Aluminiumkonzern Grupa Kety hat nicht nur viel Dividende, sondern auch vor Kurzem die italienische Metra-Gruppe gekauft, die unter anderem an der Glaspyramide vor dem Louvre mitgebaut hat. Es ist die größte Übernahme in der Firmengeschichte.
Aber von vorn: Kety presst Aluminium zu Stangen und Schienen für Autoteile, Möbel, Fenster und Fassaden. Dazu kommen Verpackungsfolien. Dieses Jahr erwartet der Konzern fast 1,5 Mrd. € Umsatz, rund die Hälfte davon aus dem Ausland. Jetzt zur Übernahme:
•Der strategische Hebel: Metra macht fast die Hälfte vom Umsatz in Nordamerika. Kety bekommt damit eigene Fabriken in den USA und muss nicht mehr aus Europa liefern. Nachfrage kommt dort zum Beispiel vom Bau neuer Rechenzentren.
•Der Preis: Inklusive Schulden wird Metra mit 645 Mio. € bewertet, das entspricht gut dem 7-fachen EBITDA. Kety selbst kommt auf das 11-fache. Bezahlt wird vor allem mit einem Kredit über knapp 500 Mio. €.
•Dividenden-Versprechen: Kety hat zuletzt 85% vom Gewinn ausgeschüttet (ca. 4% Dividendenrendite). Mindestens 60% sollen es bleiben, auch wenn Analysten die Quote jetzt eher am unteren Ende erwarten.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 35% im Plus, der Börsenwert steht bei 2,8 Mrd. €. Das KGV von 17 ist etwas teurer als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Die US-Expansion und der Rechenzentren-Boom könnten das rechtfertigen.
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