
Alles wieder Gucci?
Seit fast drei Jahren wartet die Luxusbranche auf ein Comeback nach dem Corona-Hoch. Diese Woche haben LVMH, Kering & Co. wieder schlechte Zahlen geliefert. Aber Kering hat gestern den neuen Turnaround-Plan vorgelegt.
Kering hat sich ja 2025 Luca de Meo als neuen CEO geholt. Ungewöhnlich, weil er gar nicht aus der Luxusbranche kommt (vorher CEO von Renault), aber genau das ist die Idee: ein Turnaround-Spezialist, der alles infrage stellt. Laut Wall Street Journal hat er zum Beispiel vorgeschlagen, weniger Kollektionen komplett zu produzieren und stattdessen nachzuproduzieren, was wirklich nachgefragt wird.
Wie sieht der neue Plan bis 2030 also aus?
•Das Ziel: Die operative Marge soll sich auf 22% verdoppeln. Beim aktuellen Umsatz von rund 15 Mrd. € wären das 3 Mrd. € Gewinn. Und das bei der aktuellen Bewertung von nur 30 Mrd. €.
•Weniger ist mehr: 100 Läden weniger (auf 1.600), weniger Produkte, mehr Effizienz im Marketing.
•Klare Markenprofile: Bei Saint Laurent soll der Umsatz mit Männermode mehr als verdoppelt werden. Bei Balenciaga soll eine ikonische Tasche kommen, die über Jahre stabile Umsätze treibt.
•Neue Märkte: Mexiko, Brasilien, Nigeria, Indien sind strategische Priorität mit Milliardenpotenzial.
•China-Offensive: Trotz schwieriger Lage will Kering dort investieren. De Meo meinte, manche Stores in China sehen aus wie das Haus seiner Oma. Die Firma hat sich dafür sogar eine Minderheit an der chinesischen Luxusholding ICCF gekauft, um deren Marke Icicle auszubauen und mehr China-Expertise zu bekommen.
Alles Punkte, die sinnvoll klingen, aber keine total neuen Ideen. Deshalb hat die Aktie gestern auch 3% verloren. Wenn der Plan aufgeht, gibt's bei der aktuellen Bewertung aber einiges an Upside.