
Alle unter einem Hut
Tefal, Rowenta, Krups, Moulinex, WMF. Steht alles in fast jeder deutschen Küche. Dass die alle zur selben Firma gehören, wissen viele nicht. Der Konzern dahinter heißt Groupe SEB und kommt aus Frankreich. Angefangen hat alles 1857 mit einer kleinen Werkstatt im Burgund, wo Antoine Lescure Eimer, Gießkannen und Töpfe aus Blech gebaut hat. SEB steht für Société d'Emboutissage de Bourgogne, übersetzt: die Blechpresserei aus dem Burgund.
Danach ist SEB vor allem durch Zukäufe gewachsen: 1968 Tefal, 1988 Rowenta, 2001 Moulinex und Krups, 2007 die chinesische Marke Supor. Der größte Brocken kam 2016 mit WMF für rund 1,6 Mrd. € inklusive Schulden. Spannend dabei: WMF ist Weltmarktführer bei professionellen Kaffeevollautomaten (Bäcker, Hotels, Tankstellen). Das Profigeschäft (WMF & andere Kaffeemarken) macht nur rund 12% vom Umsatz aus, liefert aber rund ein Fünftel vom operativen Gewinn. Ein Drittel vom Umsatz in dem Segment ist wiederkehrender Service.
Insgesamt kommt SEB auf ca. 32.000 Mitarbeiter und 8 Mrd. € Umsatz. Das Sagen hat bis heute die Gründerfamilie Lescure mit über 40% der Aktien und mehr als der Hälfte der Stimmrechte. Zuletzt lief es aber nicht mehr rund. Im Corona-Boom war die Firma 8,5 Mrd. € wert, jetzt sind es nur noch rund 3 Mrd. €.
•Günstige Bewertung: Das erwartete KGV liegt bei 8, im Schnitt der letzten 5 Jahre war es 11. Dazu gibt's über 5% Dividendenrendite.
•Aber: Durch die ganzen Übernahmen stehen rund 3 Mrd. € Schulden in den Büchern. Und es gibt harte Konkurrenz aus den USA: SharkNinja wächst seit über drei Jahren in jedem Quartal zweistellig und baut sein Geschäft in Frankreich und Deutschland stark aus.
•Gegenmaßnahmen: Seit Oktober gibt's einen neuen CEO (vom Mars-Konzern). SEB will neue Produkte um ein Drittel schneller entwickeln, dreimal so viel für Social Media ausgeben und bis Ende 2027 die Kosten um 200 Mio. € pro Jahr senken.