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Airbnb checkt ein

OAWS Redaktion29. April 20262 Min

Das Wachstum bei Airbnb ist von 40% (2022) auf nur noch 10% geschrumpft. CEO Brian Chesky hat selbst gesagt, dass er damit nicht glücklich ist. Die Antwort: Airbnb will jetzt Hotels.

Der Testlauf: Seit Oktober holt Airbnb in New York, LA, Paris und Madrid aktiv kleine Hotels auf die Plattform. Neu ist, dass die Firma die Hotels selbst anspricht, niedrigere Gebühren als Booking.com und Expedia verspricht und zum ersten Mal einen eigenen Hotel-Chef hat.

Problem 1 gelöst: In Städten wie New York, wo 2023 strenge Regeln gegen Kurzzeitvermietungen eingeführt worden sind, kann Airbnb über Hotels trotzdem Geld verdienen. Die Firma hat selbst zugegeben, dass durch die Regulierung Millionen Buchungen verloren gegangen sind.

Problem 2 gelöst: Hotels öffnen den 1.600 Mrd. $ großen Markt für Geschäftsreisende. Die wollen meistens kein Apartment, sondern ein Hotel.

Die Preiswaffe: Booking.com und Expedia verlangen von kleinen Hotels 15 bis 30% Provision. Airbnb will laut Hotel-Chef Jesse Stein deutlich darunter liegen.

Aber: Der Weg ist lang. Hotels machen aktuell nur einen einstelligen Prozentanteil der Buchungen aus (dafür wächst der Bereich doppelt so schnell wie das Kerngeschäft). Dazu muss Airbnb das riesige Hotel-Netz von Booking erst einholen, während Ketten wie Marriott und Hilton von der anderen Seite Druck machen.

Spannend ist die Börsenperspektive: Airbnb setzt damit stärker auf einen Markt, den die Börse wegen KI-Sorgen schon abgestraft hat. Die Angst ist, dass Hotelbuchungen künftig von KI-Agenten übernommen werden. Dagegen ist Airbnb besser geschützt, weil viele Ferienwohnungen exklusiv dort gelistet sind. Booking kommt trotz stärkerem Wachstum in den letzten drei Jahren auf ein KGV von nur 17, Airbnb auf fast 30. Wer nicht an die große KI-Disruption im Reisemarkt glaubt, für den wirkt Booking aktuell wie die fairere Wette.