← ZurückAirbag-Marktführer

Airbag-Marktführer

OAWS Redaktion13. März 20262 Min

Von allen neu registrierten Autos in Europa waren letztes Jahr 6% chinesisch. Klingt wenig, ist aber doppelt so viel wie ein Jahr davor. Und um hier weiter zu wachsen, müssen sich die chinesischen Hersteller an europäische Sicherheitsstandards anpassen. Die durchschnittliche Airbaganzahl in chinesischen Autos hat sich deshalb seit 2020 auf knapp 5 mehr als verdoppelt.

Davon profitiert der schwedische Airbaghersteller Autoliv. Die Firma hat bei Airbags, Lenkrädern und Sicherheitsgurten weltweit ca. 50% Marktanteil. Die Nummer zwei kommt bei Airbags nur auf knapp 20%.

Der Burggraben: Für jeden neuen Hersteller, jeden neuen Markt und jedes neue Modell müssen Sicherheitsbauteile einzeln zertifiziert werden. Es gibt günstige chinesische Zulieferer, aber keiner schneidet bei den Tests so gut ab wie Autoliv.

Track Record: 2017 gab's den größten sicherheitsbedingten Autorückruf ever, nachdem Airbags vom japanischen Hersteller Takata explodiert sind. Über 24 Mrd. $ Kosten, Takata musste Insolvenz anmelden. Die Marktanteile sind danach zu Autoliv gewandert. Obwohl Autoliv der mit Abstand größte Player ist, waren sie in den letzten 10 Jahren nur für 2% der Rückrufe verantwortlich.

Wachsende Kundenbindung: 2022 haben 65% von Autolivs Top-20-Kunden in über 40% der Fälle Autoliv-Produkte eingebaut. 2024 waren es schon über 85%.

Der Wachstumspfad: Globaler Automarkt wächst mit ca. 1,5% pro Jahr, der Sicherheitsanteil an den Kosten steigt mit ca. 2,5%, dazu kommen Marktanteilsgewinne. Ergibt rund 5% Umsatzwachstum. Bis 2030 soll die operative Marge auf 12% steigen, dann würde der operative Gewinn mit 11% pro Jahr wachsen.

Bei einem KGV von 12 und dem Plan, die Hälfte des Gewinns über Dividenden und Aktienrückkäufe auszuschütten, wirkt das nicht teuer. Aber ob der Automarkt sich tatsächlich erholt, ist unsicher. Und Takata hat gezeigt, dass ein einziger Produktionsfehler reichen kann, um einen großen Player zu stürzen.