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Adobe unter Druck
Ein KGV von 11 für Adobe. Vor 5 Jahren hätte man da sofort gekauft. Im Schnitt der letzten fünf Jahre war die Aktie dreimal so teuer, aktuell ist sie 50% günstiger als die durchschnittliche S&P-500-Firma. Aber vor fünf Jahren konnte man auch noch keine animierten Grafiken mit Claude Code bauen.
Das ist der Kern des Problems: Die KI-Disruption ist real, aber schwer zu beziffern. Adobe Stock verliert schon jetzt Umsatz, weil Kunden Bilder lieber generieren. Gleichzeitig haben sich die eigenen KI-Produkte im Umsatz verdreifacht, aber das Gesamtwachstum beschleunigt sich trotzdem nicht über die Vor-KI-Zeiten hinaus.
Gestern gab's neue Zahlen:
•Solides Quartal: 12% Umsatzwachstum, schneller als erwartet und schneller als im Quartal davor.
•Kein Ausblick-Upgrade: Trotz besserer Zahlen hat Adobe die Jahresprognose nicht angehoben.
•CEO geht: Shantanu Narayen, seit 2007 CEO und seit 1988 bei Adobe, hat seinen Rücktritt verkündet. Unter ihm hat sich die Aktie mehr als versechsfacht.
Wie viel ist Adobe wirklich wert? Wir haben mal eine einfache DCF-Rechnung gemacht. Ausgehend vom aktuellen Free Cashflow von rund 10 Mrd. $.
•Bei 10% Abzinsung und moderatem Wachstum (fünf Jahre 10%, dann fünf Jahre 5%, danach 1%) kommt man auf rund 160 Mrd. $, also deutlich über den aktuellen 110 Mrd. $.
•Wenn die KI-Disruption das Geschäft auffrisst, die Firma in den kommenden zehn Jahren gar nicht wächst und die Cashflows danach 20% pro Jahr schrumpfen, landet man eher bei 70 Mrd. $.
Das Problem für Investoren: Es gibt wenige Daten, um einzuschätzen, welches Szenario realistischer ist. Die Aktie hat gestern nach Börsenschluss nochmal über 5% verloren.