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ABBs Milliarden-Tausch

OAWS Redaktion29. Juli 20262 Min

ABB hat die eigene Robotik-Sparte für 5,5 Mrd. $ an SoftBank verkauft. Jetzt ist klar, was mit dem Geld passiert: Die Schweizer kaufen die britische Firma Rotork für fast die gleiche Summe. Es ist die teuerste Übernahme der ABB-Geschichte.

Warum der Verkauf? Die Robotik-Sparte hatte mit 2,5 Mrd. $ Umsatz (ca. 7% vom Konzern) kaum Überschneidungen mit dem Rest des Portfolios. SoftBank will KI mit Robotern verschmelzen, für ABB hat's strategisch nicht mehr gepasst.

Was macht Rotork? Die Firma baut elektrische Stellantriebe, also Motoren, die in Raffinerien oder Pipelines Ventile ferngesteuert öffnen und schließen. Rund 1 Mrd. $ Umsatz, ca. 8% Wachstum pro Jahr, bereinigte EBIT-Marge von fast 25% (profitabler als ABB selbst). Dazu ein planbares Service-Geschäft, weil die Antriebe jahrzehntelang laufen.

Das Problem: ABB zahlt einen Aufschlag von rund 60% auf den Dreimonatsschnitt. Also ziemlich teuer.

Dafür gab’s zuletzt Rekordzahlen im Kerngeschäft von ABB: Auftragseingang im Q2 um 30% auf über 12 Mrd. $ gestiegen. Der Treiber: Elektrifizierung (+60% Aufträge). Allein im Rechenzentrumsgeschäft hat sich der Auftragseingang mehr als verdoppelt. ABB liefert dort Schaltanlagen, Transformatoren und Notstromsysteme.

Weil das Datacenter-Business immer wichtiger wird, wird ABB inzwischen wie ein KI-Gewinner bewertet. Das erwartete KGV liegt bei 26, der Zehnjahresschnitt eher bei 20. Allein auf Jahressicht liegt die Aktie 50% im Plus. Dazu gibt's rund 1% Dividendenrendite.