
60 Liter Benzin & 1 Pizza
1984 hat Casey’s in einer Tankstelle zum ersten Mal Pizza verkauft. 40 Jahre später ist daraus eine der größten Pizza-Ketten der USA geworden. Und das, obwohl Casey’s offiziell eine Tankstellenkette ist.
Der Trick: Günstiger Sprit zieht Kunden in den Laden, Geld verdient wird aber im Store. An einer Gallone Benzin - ca. 4 Liter - bleiben Casey’s grade mal 41 Cent vor Abzügen. Dagegen liegt die Bruttomarge auf Lebensmittel bei 36% und auf zubereitete Speisen und Getränke sogar bei fast 60%. Kein Wunder also, dass Casey’s die Expansion über Food treibt – mit Pizza mit selbstgemachtem Boden und Coffee-to-go.
Das Modell funktioniert: Im letzten Jahr hat Casey’s 270 neue Stores eröffnet, aktuell sind’s knapp 2.900. Bis Ende April sollen 500 weitere dazukommen. Jeder Store macht im Schnitt 5,5 Mio. $ Umsatz, insgesamt waren’s 2024 fast 16 Mrd. $ – ein Plus von 7%.
Spannend: Zwei Drittel der Filialen stehen nicht in großen Städten, sondern in Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern. Das senkt Bau- und Betriebskosten. Dazu hat Casey’s oft nicht so starken Wettbewerb in kleinen Städten.
Die Börse hat’s gefeiert: In den letzten zwölf Monaten hat die Aktie 40% zugelegt. Der Börsenwert liegt bei 20 Mrd. $, was dem 33-fachen des erwarteten Gewinns entspricht. Analysten rechnen mit 5% bis 10% Wachstum pro Jahr.
Auf den ersten Blick ist das nicht günstig. Aber: Einzelhändler Walmart ist noch teurer bewertet, wächst aber langsamer. McDonald’s ist zwar günstiger, performt dafür deutlich schwächer. Heißt: Casey’s ist kein Schnäppchen – war in den letzten Jahren aber eine Qualitätsaktie.